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Unsere Geschichte

 
EINE AUTOREISE NACH PORTUGAL

Für die EASPD begann alles mit einer Autoreise; eine 2.500 Kilometer lange, 30 Stunden Fahrt von Nordeuropa nach Portugal zur Teilnahme an einer Konferenz zum Übergang von der Ausbildung zur Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen. Dies war, wie es damals für unseren Bereich war: ein relativ unstrukturierter und amateurhafter Ansatz der Zusammenarbeit zwischen Dienstleistungsunternehmen in ganz Europa.

Diese Autofahrten haben vielleicht zu einigen epischen Geschichten geführt, aber sie waren nicht dazu geeignet, die wachsenden Anforderungen und Ziele unserer Branche zu erreichen. Gegründet auf dieses Verständnis - wobei wir uns gerade erst von der 30-Stunden-Fahrt erholten - fingen die verschiedenen Delegationen damit an, über die Schaffung einer europäischen Plattform zu sprechen, welche dazu beitragen würde, unsere Branche auf europäischer Ebene zu strukturieren. Das war im Jahre 1994.
 


EUROPÄISCHE KOMMISSION: „ORGANISIERT EUCH!“

Im Jahr 1995, nach einem eher schwierigen Treffen mit einem Spitzenvertreter der Europäischen Kommission, fragte unser Generalsekretär Luk Zelderloo den Beamten, warum es für sie so schwierig sei, zu verstehen, was Dienstleister wollten. Die Antwort könnte damals unhöflich gewirkt haben, aber der Beamte hatte Recht, als er uns sagte: „organisiert euch und kommt dann wieder“.

Und das ist genau, was wir taten! Nach langen Diskussionen haben fünf Partner im Jahr 1996 die EASPD offiziell gegründet. Allerdings mussten wir noch drei weitere Jahre auf unseren ersten Mitgliederboom warten. Diese kritische Masse in unserer Mitgliedschaft erlaubt es uns, unsere Beziehung zu den europäischen Institutionen zu verbessern und endlich eine politische Stimme in Europa zu erlangen.
Trotzdem musste die EASPD noch bis zum Jahr 2001 darauf warten, einen ersten Mitarbeiter zu bekommen, der für 4 Stunden pro Woche als administrative Unterstützung mitarbeitete.
Im Jahr 2005 wuchs die EASPD weiter und öffnete sich für Dienstleistungsorganisationen aus den 47 Mitgliederländern des Europarates, zusätzlich zu den alleinigen Ländern der Europäischen Union. Im selben Jahr haben wir uns voll professionalisiert und eröffneten ein Büro in Brüssel mit Luk als Generalsekretär, eine Stellung, die er heute noch innehat.
 


BEDEUTUNG DER UN-KONVENTION

Das Jahr 2006 markierte eine wichtige Veränderung unserer Arbeit in Brüssel. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) verschaffte uns und den europäischen Institutionen eine klarere Richtung des notwendigen Kurses um Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Menschenrechten zu ermöglichen. Das UN-Übereinkommen lieferte Antworten und schaffte neue Maßstäbe in Bezug darauf, wie die Gesellschaft Menschen mit Behinderungen unterstützen sollte.

Die Grundsätze und Philosophie der Konvention bilden den Hintergrund und den rechtlichen Rahmen, auf welche die EASPD ihre Arbeit in Brüssel stützt. Die Logik der UN-Behindertenrechtskonvention, wonach man soziale Dienstleistungen zu den Menschen mit Behinderungen bringt, anstatt umgekehrt, unterstützt tatsächlich voll und ganz das, was wir in den vergangenen Jahren versucht haben zu erklären und umzusetzen. Nun da es auf Papier gebracht ist, ist es für die EASPD - als die Stimme von rund 11.000 Dienstleistungsorganisationen für Personen mit Behinderungen - notwendig, mit den zuständigen europäischen Institutionen zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass dieses Verständnis in ganz Europa umgesetzt wird.
 
Die Tatsache, dass wir im von der EU eingerichteten Rahmen zur Förderung, zum Schutz und zur Überwachung der Umsetzung der UN-Konvention sehr wenig direkte Beteiligung haben, zeigt, dass die europäischen Institutionen die wichtige Rolle der Dienstleister bei der Unterstützung von Personen mit Behinderungen noch immer nicht ganz verinnerlicht haben.
In letzter Zeit wurden Verbesserungen erreicht und wir setzen uns in der Europäischen Kommission dafür ein, eine stärkere Rolle bei der Umsetzung der Europäischen Behindertenstrategie und im Rahmen, der die UN-Behindertenrechtskonvention überwacht, zu erlangen.


ALLE HÄNDE VOLL ZU TUN!

Trotz der seit unserer Autoreise offensichtlichen Fortschritte, diese verpasste Chance zeigt uns nur, dass es für die EASPD alle Hände voll zu tun gibt. Unter diesem Gesichtspunkt hoffen wir, als Organisation zu wachsen und mehr zur europäischen Politikentwicklung in den für uns interessanten Bereichen beizutragen.

Wir glauben, dass wir die Erfahrung und das Know-how haben, die es uns ermöglichen, die europäische Politikgestaltung konstruktiv zu beeinflussen, und damit das Leben der rund 80 Millionen europäischer Bürger und Bürgerinnen mit Behinderungen, sowie das derer Freunde und Familien, zu verbessern.